Aus eins mach zwei. Fails! 4.2 (Teil I)

Den Text habe ich bereits vor unserem Urlaub geschrieben. Die Internetverbindung im Ferienhaus war so schwach, dass ich ihn nicht hochladen konnte. Um den Text zu überarbeiten, fehlte mir heute die Muße; auf das Retuschieren meiner demolierten Beine habe ich bewusst verzichtet (eines meiner anderen Hobbys = Bergsport). Zwei Wochen „digital Detox“ sind mir bestens bekommen. Das sollte ich öfters machen. Doch hier nun endlich das Ergebnis der vierten Runde meiner Fails!-Serie.

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Zugegeben, manchmal frage ich mich schon, warum ich noch blogge. Ist es doch aufwendig und vielleicht auch nicht mehr zeitgemäß? Wenn ich Kommentare und Emails, wie auf meinen Post Fails! 4.1 erhalte, weiß ich wieder warum. Ein großes DANKESCHÖN für Eure Anteilnahme und Unterstützung in Form von Tipps, Fotos und Büchern! Nähen scheint für Frauen, was für Männer Fußball ist. Es überwindet geografische Entfernungen, verbindet über Altersgrenzen hinweg, überbrückt die Gräben zwischen verschiedenen Lebensmodellen. H. meint ja, dass es eher das „Nähbloggen“ ist, sprich: das Nähen UND das Bloggen, das diese Integration vollbringt; ich finde das wichtig in einer Gesellschaft, die immer weiter auseinander fällt. H.’s düstere Prognose: Ohne das Medium Blog würden sich viele dieser Kontakte verlieren…

Doch zum eigentlichen Thema: Beim Durchschauen der geliehenen Bücher ist mir klar geworden, dass Refashion den Rahmen dieser Reihe sprengen würde. Also gibt es heute kein Upcycling von Männerhemden, der Stapel liegt aber bereit… Auf allgemeinen Wunsch hin habe ich mir für diese Runde nochmals Marett von Colette vorgenommen.

Die Marlenehose enger zu machen – dazu konnte ich mich einfach nicht aufraffen; das ist nicht allein meiner Faulheit geschuldet, sondern mich überzeugt die lange Version von Marett nicht mehr. Meine Befürchtung: Auch wenn ich an den Seiten Weite herausnehme, würde der Zug auf die Falten vorne bleiben. Der Stoff ist für den Schnitt zu schwer. Hinzu kommt, dass die Hosenbeine für meinen Geschmack inzwischen zu weit geschnitten sind. Mit großer Wahrscheinlichkeit wäre die Hose auch nach der Anpassung eine Schrankleiche geblieben.

Was sich letzten Sommer dagegen zum Dauerbrenner entwickelt hat, sind die Marett-Shorts. Dass der Bund unter die Taille rutscht, stört mich bei der kurzen Version nicht; insgesamt sehen die Shorts in meinen Augen frischer aus. Also habe ich zur Schere gegriffen und die Hose kurzerhand abgeschnitten. Die abgeschnittenen Hosenbeine habe ich natürlich auch vernäht.

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Wer hier regelmäßig mitliest, errät vielleicht, was daraus geworden ist? Mehr dazu demnächst.

Um nicht völlig am MMM vorbeizuschreiben, zeige ich die Shorts in Kombination mit verschiedenen Oberteilen, wovon zwei noch unverbloggt sind: Einmal „Sabines Lieblingsschnitt“; das andere Mal mit dem Blusenshirt #103-106 Burda 3/2016 – schon mal vor zwei Jahren genäht. Anders als bei der ersten Version habe ich dieses Mal auf die Kellerfalte im Rücken verzichtet; ich wollte ein Kombi-Wunder für jeden Tag. Genäht ist das Blusenshirt aus einem champagnerfarbigen Viskosekrepp von Hüco, der Perlmutknopf ist aus meiner Knopfsammlung. Er ist zu groß, ich werde ihn wohl austauschen…

Im Frühjahr hatte mir Sabine (Petersilie&Co) ihren angepassten Lieblingsschnitt aus der Zeitschrift Frau und Mutter von 1951 kopiert. Auf Brusthöhe war mir das Probemodell zu eng. Ich habe die 1,5 cm an der vorderen und hinteren Mitte, die Sabine vom Original reduziert hatte, wieder zugegeben und den Ausschnitt des Freebook No. 00 Danmark von HTDF in den Vintage-Schnitt gehackt. Durch die Zugabe an Weite konnte ich auf den Reißverschluss in der Seitennaht verzichten. Et voilà! Ein T-Shirt aus Webstoff, hier aus einem schwarzen Baumwollstoff vom Maybachufer. Da sich der Ausschnitt beliebig abwandeln lässt, hat der Schnitt, finde ich, viel Potential.

Das dritte Oberteil ist Amber von Schnittchen, über das ich hier bereits geschrieben habe. Und nun freue ich mich auf den MMM und hoffe auf Inspiration für die Herbstgarderobe.

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36 Kommentare

  1. Al Shorts viel besser, sehr schön und sehr nützlich, allerdings habe ich keine Idee, was du aus den Beinen gemacht hast???? Bin gepannt. LG Anja

  2. Sehr cool, als Shorts und vor allem in Kombination mit Amber und den Sneakern gefällt mir die Hose richtig gut! Sehr gelungene Aufarbeitung 🙂
    Liebe Grüße
    Jenny

  3. Das Hosenproblem hast du doch super gelöst.
    Deine zartrosafarbene Shorts sieht jedenfalls sehr hübsch aus und mit gleich drei passenden Oberteilen zum kombinieren bleiben ja keine Wünsche offen.
    Besonders toll finde ich dein T-shirt aus Webware, weil ich solche sportlich-schicken Shirts selbst richtig gerne mag.
    Und ich bleibe nach wie vor ausschließlich ein Blog-Fan, weil mir die anderen Social-Media-Platformen schlicht und einfach nicht zusagen.
    Herzliche Grüße von Susanne

    • Gerade scheinen wir beide eine Vorliebe für pudriges Rosa und Pastellfarben zu haben.
      Herzlichen Dank & liebe Grüße,
      Manuela

  4. Toll Deine sommerlichen Shorts – als sollte es aus diesem Stoff nie etwas anderes sein. LG Kusetensocke

  5. Alles richtig gemacht, die Shorts sind perfekt! Und die Shirts dazu sehr schön. Vorallem das Shirt aus Webware gefällt mir, solche Schnitte mag ich auch sehr …
    Liebe Grüße von Doro

    • Sommertops aus Webware habe mich dieses Jahr stark beschäftigt. Schön zu lesen, wenn andere dieses Interesse teilen.
      Danke & LG Manuela

  6. Ich lese oft und gerne deine Blockposts und finde immerwieder wertvolle Tipps und Informationen darin. Leider bin ich, wie viele andere vermutlich auch, ein Kommentiermuffel. Bitte blogge weiter!!!

    • Auch wenn ich dieses Jahr ein paar “Blogkrisen” hatte, denke ich aktuell nicht an Aufhören. Dafür gibt es noch viele zu schöne Momente beim Bloggen. Vielen, lieben Dank für Deinen Kommentar.
      LG Manuela

  7. Was ein erfolgreiches und unkompliziertes Upcycling Spannend mehr über deine anderen Hobbies zu erfahren, deine Beine sehen aber noch gut aus finde ich. Genial dass du die Hosenbeine auch noch verarbeitest, ich tippe auf Bluse.
    Die Shirts die du so nebenbei zeigst sind alle echt schön, da kommt mir fast die Lust wieder auch ein paar zu nähen
    Liebe Grüße
    Katharina

    • Dank Dir Katharina! Wenn ich mich recht erinnere, war es Deine Idee, die Hose abzuschneiden… Die lila-gelben Flecken stammen von einem Klettersteig, der wohl etwas zu ambitioniert für mich war. Ich finde natürlich nicht ganz uneigennützig, dass Du ein paar neue Shirts brauchst.
      Liebe Grüße Manuela

  8. Genial gelöst. Allein wegen der Farbe durfte sie keine Schrankleiche werden 🙂 Was man aber aus den beiden Hosenbeinen zaubern könnte…bleibt spannend.
    Hach ja und Shirts, da muss ich echt an mir arbeiten.
    Liebe Grüße Birgit

    • Dankeschön!
      Ich mag ja das Nähen von Oberteilen (aus Webware) ganz gerne, weil der Aufwand überschaubar ist und ich im Alltag oft Mix & Match trage.
      Liebe Grüße, Manuela

  9. Wunderschön geworden und toll kombiniert. Vielen Dank, dass Du uns alle an Deinen Überlegungen teilhaben lässt, das hilft total bei eigenen Problemlöseversuchen. Danke und liebe Grüße Katja

  10. Ich mag Deine ausführlichen Blogposts und auch, dass Du verschiedene Kombinationen zeigst! Die Shorts sind prima, als hätten sie nie etwas anderes werden sollen.
    LG, Jule

  11. Unglaublich, was die gekürzten Hosenbeine ausmachen. Bei der Marlenehose dachte ich noch, da müßte man Weite rausnehmen, aber die Shorts sind optimal so. Das hat sich wirklich gelohnt, von der Schrankleiche zum sicher viel getragenen Lieblingsstück!
    Alle drei Oberteile sind sehr schön, alle auf ihre Art. Super, daß Du gleich so viele Kombinationsmöglichkeiten hast!
    LG Barbara

    • Ja, das hat mich auch überrascht. Eigentlich hatte ich das Probemodell, die grauen Marett-Shorts für gut befunden, umso enttäuschter war ich, als ich bei der finalen, langen Version letzten Sommer in den Stoffmassen zu ertrinken drohte.
      Dank Dir & liebe Grüße Manuela

  12. Ich schließe mich Barbara an, eine unglaubliche Wirkung. Ein toller Farbton und wenn du noch etwas aus dem tollen Rosa Stoff machen kannst eine Win Win Situation! Alle drei Oberteile passen perfekt, Das letzte ist am lässigsten… LG Sarah

    • Mit Blick auf die Bilder denke ich auch, ich brauche eine zweite Amber…
      Danke & liebe Grüße Manuela

  13. Die Shorts sieht toll aus. Kaum zu glauben, daß sie aus der abgeschnittenen Marlenehose entstanden ist. Mit den vielen Kombinationsmöglichkeiten hat sich die Änderung sicher gelohnt. LG Gabi

  14. Was ein Glück für den schönen Stoff dass er eine geliebte kurze Hose und keine Schrankleiche wurde! Gute einfache Lösung.
    Liebe Grüße
    Elke

  15. Die neue alte Hose ist toll! Mir hat das Bloggen überhaupt erst Nähkontakte gebracht, denn auch wenn ein Teil der Leute ganz nah wohnt, wären wir uns sonst wohl nicht begegnet … und es scheint erstaunlich viele Näherinnen zu geben, die sich ab und zu mal in den Bergen rumtreiben. Ich trage bei schönem Wetter auch gerade Wandersockenspuren zum Kleid ;-D.

    • Ging mir genauso: Ich habe fast alle meine Nähkontakte übers Bloggen kennengelernt; lustigerweise haben wir mitunter auch festgestellt, dass wir Nachbarn sind.
      Dank Dir & liebe Grüße Manuela

  16. Liebe Manuela
    Deine Hose gefällt mir richtig gut. Warum ist das bloß kein Burda-Schnitt, den ich auch habe? Genau so eine Shorts fehlt mir noch in meinem Kleiderschrank!
    Ich bin sehr froh, dass Du bloggst, denn sonst würden wir uns nicht kennen. Außerdem motivieren Deine sorgfältigen Blogposts mich immer wieder dazu, selber mehr und qualitativ besser zu bloggen. Ich wünschte bloß, ich hätte mehr Zeit für dieses Hobby.
    Viele Grüße, Stefanie

    • Hast Du sicherlich bald. Neigt sich die Gartensaison nicht langsam dem Ende zu?
      Dankeschön & liebe Grüße
      Manuela
      P. S. Schau mal in Dein Postfach!

  17. Aus einer älteren, heißgeliebten Hose habe ich mal den wunderbaren “Skyline Skirt“ genäht. Schönes Upcycling Projekt. Das Buch kann ich Dir leihen.
    LG!

    • Ach, wie nett. Dankeschön Birgit.
      Der Rock sieht toll an Dir aus. Ich selbst sehe mich spontan nicht in einem A-Linie-Rock, käme aber vielleicht mal auf den Versuch an…
      Liebe Grüße
      Manuela

  18. Ich lese zwar nicht viele Blogs, aber dafür freue ich mich umso mehr, wenn es da wieder einen neuen Blogpost mit ordentlichen Text und nicht nur drei Sätze mit Hashtags. (Nix gegen Instagram aber es ist halt schon kurzlebig und oberflächig)

    Schön das die Hose, durchs kürzen wieder für dich tragbar ist. Und natürlich für mich noch schöner, dass mein Schnitt dir zusagt und du das unendliche Potenzial erkennst. Ich habe zwar alle Modelle mit Reissverschluss genäht, allerdings auch schon öfters vergessen den überhaupt zu verwenden.

    Achja und ich nähe an meiner ersten Vanlose.

    LG Sabine

    • Ich bin echt gespannt, was Du schreiben wirst. Wie gesagt: Vanlose ist meine Winslow.
      Das Kompliment kann ich zurückgeben. Ich lese auch immer weniger Blogs, einfach weil es immer weniger (für mich interessante) gibt. Schön, dass ich es auf Deine Leseliste geschafft habe und dass Ihr nach wie vor bloggt.
      LG Manuela

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