Fails! 4.2. (Fortsetzung)

Na, habt Ihr erraten, was aus den Hosenbeinen geworden ist? Bei so langen, schmalen Stoffstücken sind mir nur drei Dinge eingefallen: Hosenbeine, Ärmel oder Color Blocking. Ich habe mich für die langweiligste Option entschieden und aus Hosenbeinen wieder Hosenbeine gemacht. Nicht sehr originell, ich weiß, aber #120 Burda 7/2018 mit den angesetzten Beinen unterhalb des Knies war eine sichere Bank. In meine erste Version bin ich nach wie vor schwer verliebt.

Also mit der Artikelnummer auf der Rechnung nochmals zu Hüco: Ich habe das Regal mit den Viskosen durchforstet und Ta-Da die entsprechende Rolle auch gefunden; so konnte ich etwas von dem rosafarbigen Twill nachkaufen.

Und Ihr hattet Recht: Zunächst hat sich mir nicht erschlossen, warum die unteren Hosenbeine im Schnitt angesetzt sind. Es verändert tatsächlich die Silhouette und den Fall, was man hier, wo eine flache Paspel eingenäht ist, noch besser sieht. Das Hosenbein fällt nicht in sich zusammen – vielmehr wird der leichte Schlag so betont.

Paspel, sowie die „Futterpaspel“ für den Beleg und die Hosentaschen sind aus einem aussortieren weißen Hemd von H. Insofern hat es doch ein wenig Hemden-Upcycling in diese Runde von Fails! geschafft. Eine derart aufwendige Innenverarbeitung braucht es sicherlich für eine Sommerhose nicht, aber ich finde, dies ist eine ganz eigene Form von Luxus. Mich drängt ja beim Nähen zeitlich nichts…

Ursprünglich hatte ich eine Saumpasse geplant, sprich ich wollte die unteren Hosenbeine im Bruch zuschneiden und mir so das Säumen sparen, das ging aber nicht, weil der Hosensaum nicht gerade verläuft, sondern gebogen ist. So habe ich nun ein halbes Hosenbein übrig, nochmals Stoff kaufen werde ich allerdings nicht. Der Rest wird entweder zu Ärmeln verarbeitet oder ich versuche es doch noch mit Color Blocking. Vielleicht raffe ich mich auch zu Gürtelschlaufen auf. Wie bei der Schnittbesprechung zu Marett erwähnt, gibt der Viskose-Twill gibt beim Tragen ordentlich nach.

Änderungen gegenüber der ersten Version: Mit der Hand gesäumt und wie eine Anzugshose vorn bis unters Knie unterfüttert. Der Hosenkurs von der „Pingel-Inge“ hat wohl nachhaltigen Einfluss auf mich gehabt…

Euch eine schöne Woche!

P. S. Für all diejenigen, die einen anderen Beitrag heute erwartet haben: Fails! 5.1 erscheint nächste Woche.

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16 Kommentare

  1. Sehr schön ! Und ich mag ja so feine, dezente Details, wie deine Paspel.
    Die Passform ist auch klasse und an sorgfältig verarbeiteten Kleidungsstücken hat man gleich nochmal ein Quentchen mehr Freude beim An- und Ausziehen, so dass die Zeit gut investiert war; geht mir jedenfalls so.
    Herzliche Grüße von Susanne

    • Mir auch. Im Laufe der Jahre ist mir das Innenleben meiner selbstgenähten Sachen immer wichtiger geworden…
      Herzlichen Dank & liebe Grüße
      Manuela

  2. Ich bin begeistert, dass man das so gut sieht, wow, ich will die Hose ja auch nochmal nähen, werde das mit der Naht probieren, LG Anja

  3. Was ne geniale Resteverarbeitung! Gefallen mir viel besser die Hosenbeine in der Form! Gut dass du dir die Mühe gemacht hast 🙂 Und du hast recht, das Bein steht richtig schön. Ein geschwungener Hosensaum ist mir noch nicht untergekommen, gefällt mir aber sehr gut.
    Liebe Grüße (auch an den Hund)
    Katharina

    • Dankeschön Katharina.
      Mir auch nicht! – Ist mir tatsächlich auch erst aufgefallen, als ich im Bruch zuschneiden wollte.
      Liebe Grüße Manuela

  4. Sehr gut gelöst, mit der Paspel sieht es sehr fein aus. Du solltest den Schnitt auch für den Herbst probieren. Ebenfalls die gelbe Hose (*schäm* …ich hatte Dir noch gar keinen Kommentar hiergelassen) passt perfekt.
    Toller Schnitt für Dich!
    Liebe Grüße
    Susan

    • Herzlichen Dank!
      Tatsächlich hätte ich eine Idee für eine herbstliche Version…
      Liebe Grüße Manuela

      P.S. Ich schaffe es auch nicht jedes Mal zu kommentieren. Mal scheint schon alles gesagt, mal fehlt mir gerade die Zeit… kurzum, kein Ding.

  5. Ui, du hast einen Hosenkurs bei der Pingelinge gemacht, wie cool! Die aufwändige Verarbeitung der Hose mit Futter und Paspel hat sich gelohnt. Sie steht dir richtig gut. Süßer Hund übrigens 😉
    Liebe Grüße
    Jenny

    • Nicht bei ihr im Atelier, es gibt auch ein paar Videokurse von ihr bei Makerist…
      Dank Dir & liebe Grüße
      Manuela

  6. Ja, da sieht man jetzt deutlich , welche Funktion die Quernaht im Hosenbein hat. Sehr instruktiv und didaktisch perfekt aufbereitet! Diese Hose ist wirklich toll geworden und paßt Dir perfekt.
    Ich mag ja auch schöne Innenverarbeitungen, aber auf die Idee, eine Sommerhose zu füttern, kam ich ehrlich gesagt noch nicht. Ich stelle mir das auch eher warm vor, oder wie sind deine Trageerfahrungen?
    Liebe Grüße
    Barbara

    • Eigentlich nicht! Sofern man kühlende Acetat- oder Viskosemischungen verwendet. Ich habe mir das bei H.s Anzughosen abgeschaut, die vorderen Hosenbeine sind immer bis zum Knie unterfüttert, was sich angenehmer trägt als der dünne Wollstoff auf der Haut. Natürlich gibt es eine Grenze, aber wenn es richtig heiß ist, mag ich gar keine lange Hose anhaben.
      Vielen, lieben Dank Barbara & herzliche Grüße
      Manuela

  7. Tolle Lösung! Oftmals lohnt sich das Dranbleiben doch.
    Was ist das für eine schöner Oberteil-Schnitt??

    Viele Grüße
    Birgit

    • Merci!
      Mal wieder Vanlose von HTDF, einer meiner liebsten Sommerschnitte.
      Hier hatte ich darüber geschrieben:
      https://heftstich.net/no-7-vanlose-von-how-to-do-fashion/
      Liebe Grüße Manuela

      • Hach, hatte ich mir schon fast gedacht. Aber es wirkt ja, je nach Stoff, immer etwas anders.
        Tolles Shirt. Den Schnitt habe ich auch hier liegen – wir hatten früher schon mal darüber gesprochen.
        Mir geht es alles wieder viel zu schnell – soll ich schon die angefangenen Herbst-/ Winterprojekte rausholen oder noch schnell ein ärmelloses Shirt nähen?
        Jedenfalls, der Aufwand bezüglich deiner Hose hat sich sehr gelohnt.
        RESPEKT! dass Du das nochmal angegangen bist.
        Viele Grüße!

        • Ging mir bei dem schönen Wetter die letzten beiden Wochen genauso. Aus Verlegenheit habe ich Wäsche genäht. Aber seit Freitag stehen die Zeichen ganz klar auf Herbst in der Stadt…
          Dir noch einen schönen Sonntag!

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