Tragbare Probemodelle: Marett-Shorts

Probemodelle sind, wenn nicht angewandte Stoff- so zumindest Zeitverschwendung, so der allgemeine Tenor auf meine Frage, wie Ihr es damit haltet. Wenn schon Probemodell, dann bitte schön tragbar. Danke, dass Ihr so bereitwillig geantwortet habt. Ich habe mich sehr über Eure Kommentare gefreut.

Schnitt, Stoff & Passform

Ich für meinen Teil mag mitunter das Probeteil lieber als die finale Version, wie auch in diesem Fall: Marett von Colette Patterns/Seamwork. Während die Shorts im Urlaub echt der Hit waren, wartet die eigentliche Hose immer noch auf die Gürtelschnallen. Wenn ich Sachen nicht gleich fertig mache…

Genäht in Gr. 10. Eigentlich hätte mir bereits hier auffallen müssen, dass mir die Hose in der Taille zu weit ist. Da bei einer Shorts nicht so viel Stoff zusammenkommt, kippt sie nicht aus der Balance, sondern rutscht einfach eine Etage tiefer… Ich dachte: Wackelt, hat Luft. Im Sommer perfekt. Genäht aus einem dünnen Wollstoff vom Ufer, der in seinem vorherigen Leben eine Frida von Wear Lemonade war (nie verbloggt). Mir hatte die Version von Bee made gefallen. Leider sah mein Kleid überhaupt nicht nach frischer Sommerbrise aus, im Gegenteil: Falsche Farbe, der Stoff zu wenig Stand, und überhaupt, die mädchenhafte Silhouette wollte nicht (mehr) zu mir passen. Kurzum, ich habe das Kleid vor einer Weile ungetragen aussortiert. Neben ungeliebten Stoffen im Lager versuche ich inzwischen auch meine Schrankleichen zu recyceln.

Nochmals nähen?

Bevor ich Marett nochmals nähe – in der richtigen Größe, zumindest in der Taille kleiner gradiere, sollte ich meine erste Version beenden. Eigentlich sind Gürtelschnallen auch schnell gemacht, aber wie das so ist… Bei dem kalten und regnerischen Wetter habe ich eher Lust auf Herbstsachen unter der Nadel; mit unserer Rückkehr aus dem Urlaub war der Sommer plötzlich vorbei…

Außerdem gefällt mir für den Winter, auch wenn Marett sicherlich für Wollstoffe geeignet ist, #6286A aus dem aktuellen H/W Katalog der Burda besser. Ein vergleichbarer Schnitt für eine Marlenehose: Auf den ersten Blick scheint das Burda-Modell indes schmaler zu fallen; und mit den Riegeln und Aufschlägen hat es zusätzliche Features.

Zum Schluss will ich Euch die doppelten Abnäher von Marett nicht vorenthalten. Neben dem Reißverschluss in der hinteren Mitte waren sie der Grund, warum ich den Schnitt gekauft habe. In meiner Schnittmusterbesprechung waren sie ja schlecht erkennbar; und ich hatte versprochen, ein besseres Foto nachzureichen. Auf den Urlaubsbildern sind sie nur auf einem einzigen Foto gut zu sehen, natürlich ausgerechnet das, was mich beim Stoffkauf zeigt. Erwischt!

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9 Kommentare

  1. Also wenn ich ein Probemodell mache, dann sind die reine Probemodelle, nix mit nachher fertig nähen und anziehen. Ich mache aber auch nur selten Probemodelle, vor allem dann wenn ich den Schnittersteller nicht kenne, bzw wenn es ein ominöser Vintage Schnitt ist nur mit Illustrationen (zwischen Illustrationen und Schnitt liegen teils ja Welten) oder wenn ich nen “Pattern Hack“ mache, so habe ich zwei Dirndlschnitte getestet, ob das was ich mit dem Original gemacht habe tatsächlich tragbar ist und um ein bisschen Feinschlief zu machen. Der finale Feinschlief kommt dann aber ohnehin erst mit dem richtigen Stoff.

    Und das mit dem fast fertig kenne ich nur zu gut. So hab ich ein paar, sogar schon verbloggte Teile, die eigentlich nur mehr auf die fehlenden zwei Druckknöpfe, Häkchen… warten. Die letzten Meter vorm Ziel sind einfach nicht spannend und so hab ich doch ausreichend anderes im Schrank, sodass ich auch ohne dem fast fertigen Modell auskomme.
    Und doppelte Abnäher hinten sind toll, vor allem bei ordentlich Schwung von Po zu Taille bzw der Tedenz zu Hohlkreuz (hat irgendwie fast jeder).
    Lg Sabine

    • Bei anspruchsvollen und aufwendigen Projekten wie z. B. Mänteln mache ich es wie Du und nähe reine Probemodelle, meist aus Bettwäsche und versuche hier alle Anpassungen vorzunehmen. Für den Schliff am richtigen Stoff müsste ich mir mal Unterstützung holen. Wenn ich richtig herausgehört habe, besuchst Du ja einen Nähkurs/Nähtreff, wo jemand an Dir absteckt…
      Ja, die letzten Meter sind echt zäh. Beruhigend, dass ich mit diesem Gefühl nicht alleine bin.
      Dank Dir für Deine lieben Worte.
      Herzliche Grüße, Manuela

  2. Die Shorts sieht für mich nicht zu groß aus, sondern lässig weit, genau richtig. Und mit dem Burda Herbstmodell hast du einen interessanten Schnitt ausgegraben. Die Aufschläge gefallen mir, Frage mich, wie sie in der Praxis halten…bin sehr gespannt. LG Anja

  3. Die lockere Passform passt bei der Shorts prima; ist bei Hitze viel angenehmer zu tragen und sieht dazu noch schön lässig aus.
    Und die fehlenden Gürtelschlaufen am anderen Modell machst du spätestens dann, wenn du die Hose wieder tragen willst, : ).
    LG von Susanne

  4. Ich find die gut deine Shorts! 🙂 Und bei den Bildern bekomme ich auch direkt Lust mal wieder welche zu nähen. Auf die Burdahose bin ich gespannt!
    Liebe Grüße
    Katharina

    • Freut mich zu hören, Katharina! Ich bin neugierig, welchen Schnitt Du Dir für Deine Shorts aussuchen wirst.
      Vielen, lieben Dank.

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