Auf der Suche nach dem perfekten Strandkleid

Hallo, ich bin wieder da! Wie andere auch hatte ich mein Blog in der Nacht vom 24. zum 25. Mai geschlossen, einfach weil mir die Auseinandersetzung mit der DSGVO und die Anpassungen daran in unserem Urlaub zu aufwendig waren; man muss schon etwas Zeit investieren … Nun bin ich aus der Provence zurück und finde, es ist still geworden.

Mich hat schon ein wenig schockiert, welchen Kahlschlag die DSGVO in der Bloggerszene bewirkt hat, und ich frage mich: Trifft die DSGVO gerade nicht die Falschen? Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, ich halte Datenschutz für richtig und wichtig. Das Recht auf Privatsphäre gilt es zu schützen vor denjenigen, die private Daten sammeln und zu Profilen verdichten, um daraus Kapital zu schlagen oder sie politisch zu missbrauchen. Allerdings dachte ich dabei in erster Linie an Konzerne und Staaten, wie Chinas Punktesystem für den „besseren“ Menschen oder an den Skandal um Facebook und Cambridge Analytica, weniger an die Hobbybloggerin mit überschaubarem Leserkreis.

Eure Daten zu sammeln war und ist mir kein Anliegen, geschweige denn, sie an Dritte weiterzugeben. Durch die DSGVO ist mir bewusst geworden, dass ich es dennoch tue, auch wenn es bei Twill & Heftstich weder Social Share Buttons noch Affilate Links gibt, ich weder einen Newsletter versende noch mit Google Analytics arbeite … Allerdings werden z. B., wenn Ihr einen Kommentar hinterlasst, Email- und IP-Adressen gespeichert, wofür ich nun Eurer Einverständnis einholen muss. Ein Blog, ohne die Möglichkeit zu kommentieren, macht für mich keinen Sinn. Um der Forderung nach Datenschlankheit möglichst gerecht zu werden, habe ich Einiges rausgeschmissen, u. a. die Option, Gravatare zu nutzen; dadurch würden automatisch Daten an Dritte übertragen. Insofern hat die DSGVO bei mir tatsächlich eine Sensibilisierung bewirkt.

Was ich bedauern würde, wenn viele von mir gern gelesene Blogs geschlossen blieben und ihre Betreiber/innen zu Instagram (gehört zu Facebook) flüchteten. Nicht nur Wissen und Vielfalt gingen so verloren. Absurd wäre es, wenn gerade die sozialen Netzwerke Zulauf bekämen, die wegen erheblicher Datenschutzmängel in der Kritik stehen und denen die DSGVO Einhalt gebieten soll.

Schnitt & Stoff

Doch nun endlich zum Kleid. Vor unserem Urlaub meinte ich, unbedingt noch ein Strandkleid zu brauchen, irgendetwas, das sich schnell überziehen lässt, leicht und luftig. Meine Wahl fiel auf Mod. 106 aus der Burda 3/2016, dort als Brautkleid umgesetzt. Da zeigt sich mal wieder, was die Stoffwahl ausmacht – bei mir eine dünne Baumwolle vom Ufer. Empfohlen wird ein Stoff mit Stand. Bei dem Kleid handelt es sich um ein simples Hängerchen, lediglich mit Brustabnähern, im Stil der 60er Jahre. Das Besondere ist die Kellerfalte im Rückenteil, vielleicht noch erwähnenswert die Ärmelblenden …

Anleitung & Schwierigkeitsgrad

Einfaches und schnelles Projekt, die Anleitung ist Burda-typisch.

Größe, Passform & Änderungen

Genäht in Gr. 40, keine Änderungen laut meinem Notizbuch. Ich meine mich aber zu erinnern, den Saum ausgelassen zu haben. Das Tragegefühl an heißen Sommertagen ist großartig! Der Blick in den Spiegel war es auch; H. gefällt das Kleid, wenn ich in Bewegung bin …

Was gefällt, was nicht?

Nun kommt das Aber: Wenn ich mich auf den Fotos in dem Kleid sehe, kann ich mich nicht mehr so recht dafür begeistern; und das liegt nicht nur am Kontrast zwischen meinen käseweißen Beinen und gebräunten Armen. Solche Hängerchen gefallen mir persönlich eher an kleinen und zierlichen Frauen bzw. solchen mit einer „knabenhaften“ Figur. Ich bin weder das eine noch habe ich das andere.

Anderer Stoff, (andere) Schuhe? Anderen Schnitt probieren, oder akzeptieren, dass das nicht meine Silhouette ist? Schließlich lassen sich auch Wickelkleider oder Hemdblusenkleider schnell überziehen …

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14 Kommentare

  1. Panagiota

    Hallo, bin ich froh, dass du wieder da bist. Deine genähten Sachen inspirieren mich immer. War richtig schockiert als beim Aufrufen deines Blogs mir gesagt wurde, dass ich nicht nicht zu geladenen Gäste gehöre. Ich finde, dass die, die Daten sammeln, durch dieses Gesetz nicht daran gehindert werden. Grüße Panagiota

    • Manuela

      Ooh wie nett! Dankeschön.
      Falls ich mich irgendwann mal dazu entscheiden sollte, dieses Blog nicht mehr in der Form weiterzuführen, würde ich das ankündigen …
      Im Moment kann man wirklich diesen Eindruck gewinnen, dass die global operierende Internetunternehmen die DSGVO zu umgehen versuchen, während sie die “Kleinen”, die keine IT- und Rechtsabteilung haben, vor viele Probleme stellt. Wohin die Reise geht, wird sich meiner Meinung nach, erst mit den ersten Gerichtsurteilen zeigen.
      Liebe Grüße, Manuela

  2. Du könntest das Teil vor der Tonne retten,
    wenn Du schnipp-schnapp eine Bluse oder Tunika daraus zauberst. Ich glaube, die war auch bei Burda in verschiedenen Längen,
    ev. nicht in der gleichen Ausgabe!
    Liebe Grüsse, Ly.

    • Manuela

      Ist in derselben Ausgabe, ich habe gerade nachgeschaut! Eigentlich ist das meine bevorzugte Rocklänge, aber irgendetwas funktioniert hier nicht … Kürzen ist eine gute Idee! Vielleicht übernehme ich auch die gebogene Saumlinie bzw. das Vokuhila der Bluse … Das Kleid hinge dann vielleicht nicht mehr so fade an mir runter.
      Herzlichen Dank & liebe Grüße, Manuela

  3. Oh mist, jetzt habe ich hier gerade meinen hundert Seiten langen Kommentar gelöscht.. Die DSGVO, die führt bei mir immer zu langen Kommentaren.. 😀 ich stimme dir zu, die Verordnung ist ne gute Sache. Und so wie ich das sehe wurden größtenteils Blogger Blogs gelöscht. Die sind halt auch überhaupt nicht konform, Google nimmt da alles mit. Ich hoffe das führt dazu dass ich Blogger mehr Gedanken machen und in Zukunft Alternativen nutzen. Es gibt wohl auch nur in Deutschland diese Panik, was wohl in der Abmahnindustrie begründet ist, sowas gibt es nur hier in Deutschland. Und gleichzeitig hat die Regierung verschlafen Hilfestellung für Blogs und kleine Unternehmen zu leisten und die DSGVO anzupassen, so wie das in anderen Ländern geschehen ist. Die DSGVO ist gut, ich hoffe sie wird jetzt konsequent bei den großen Datensammlern durchgesetzt.
    Ich finde das Kleid gut! Versuche es mal mit einem Gürtel, oder kürze es ein bisschen, dann bekommst du da vllt mehr Silhouette rein sozusagen. Ich denke aber, dass bei einem Strandkleid wichtiger ist dass es bequem ist und dass es gut ist, wenn es etwas weiter ist. Und für den Strand ist es doch wirklich ideal! Man kann halt nur nicht alles auf einmal in einem Kleid haben. Man muss einfach viele verschiedene Kleider haben. Das ist das Geheimnis 😉
    Liebe Grüße (und schön dass du wieder da bist)
    Katharina

    • Manuela

      Oh das tut mir leid. Danke, dass Du Dir die Mühe gemacht hast, Deinen Kommentar nochmals zu schreiben.
      Ja, ich halte die DSGVO für einen Meilenstein in Sachen Datenschutz und hoffe die inzwischen von Datenschutzaktivisten eingereichten Beschwerden gegen die Praxis der “Zwangszustimmung” seitens der großen Player haben Erfolg. Das sollten, so hoffe ich, die ersten Präzedenzfälle für die DSGVO werden, nicht die Abmahnung mittelständischer und kleiner Unternehmen oder gar Hobbyblogger/innen. Nachdem ich nun selbst seit mehreren Tagen hier zu Gange bin und auf die lahmgelegte Blogosphäre schaue, ärgert mich andererseits schon, dass die Regierung geschlafen hat, z. B. wenn sie selbst Einpersonenunternehmen dieselben Dokumentationspflichten abverlangt wie einem Multikonzern, zudem denselben Sockelbetrag beim Bußgeld anzusetzt … Ach herje, meine Antwort auf Deinen Kommentar wird auch schon wieder so lang … liegt wohl wirklich an der DSGVO.
      Danke, dass Du mir Dein Geheimnis verraten hast, viele verschiedene Kleider zu haben. Das merke ich mir.
      Liebe Grüße, Manuela

  4. Mich freut es sehr, das du nicht mit dem Bloggen aufhörst, da ich deinen Blog gerne lese.

    Und zum Kleid, gerade Kleider in dieser Form sind perfekt für heißes Wetter, wo eigentlich was man anzieht schon zuviel. Zum Schuhwerk, da finde ich die Turnschuhe dazu schrecklich, weiße Stoffschuhe oder Sandalen passen denke ich besser. Vielleicht würde aber beim Stoff eine andere Farbe oder ein Gürtel helfen.
    Die Bloggerin Marchewkowa hat ein ähnliches Kleid genäht, dass ich einfach nur hübsch finde.
    http://www.marchewkowa.pl/2015/07/?m=1

    Lg Sabine

    • Manuela

      Danke Sabine für Deine netten Worte.
      Jegliches Styling ist hier der Bequemlichkeit zum Opfer gefallen. Die Bilder sind nebenbei entstanden. Wir waren zuvor im Étang de Vaccarès wandern … und ja, die schwarzen Sneaker passen nicht zum Kleid.
      Mir scheint das Kleid von Marchewkowa trapezförmiger, was mir besser gefällt. Es hat dadurch mehr Schwung. Hätte ich mir auch nicht träumen lassen, dass es bei dieser simplen Silhouette solche Unterschiede gibt. Vielleicht werde ich noch ein paar Schnittmuster solcher Kleider ausprobieren und vergleichen, oder ich warte einfach auf Deinen angekündigten Post zur Vintage-Strandmode.
      LG Manuela

  5. Bevor du es kürzt, probiere mal einen Gürtel 🙂 der kann die Optik solcher Kleider total verändern

    Das Kleid selbst ist so nämlich schon richtig cool und du sagst ja selbst, dass es sich prima trägt 🙂

  6. Ich schließe mich an, und freue mich, daß die urlaubsbedingte Pause nun beendet ist. Ich finde das Kleid sehr schön und sommerlich, Punkte und zumal riesige Punkte sind unübertroffen sommerlich und fröhlich. Das ideale Strandkleid ist per se luftig, will sagen voluminös. Vielleicht ist es auch eine Frage der Gewöhnung, schließlich ist sehr weite Kleidung nicht so verbreitet. Ich flüchte (zuhause) an wirklich heißen Tagen immer in meinen bodenlangen und recht weiten Kaftan – und ich finde ihn großartig.

    • Manuela

      Ja, genau die großen Punkte hatten es mir angetan. Im Rücken mit der großen Kellerfalte gefällt mir das Kleid. Durch Kommentare wie Deiner wird mir bewusst, dass ich eher mit der Vorderseite hadere, die irgendetwas zwischen Shift Dress und Trapezkleid ist. Ich finde, wenn schon voluminös, dann richtig … Kaftan klingt gut, vielleicht sollte ich das mal probieren.
      Danke & liebe Grüße Manuela

  7. Erst einmal: Schön, dass Du wieder da bist!
    Dein Kleid ist einfach das ideale Strandkleid, für das Du es gedacht hast. Quasi Homewear on the Beach! Es ist einfach luftig und nett, und das ist doch auch schon eine Existenzberechtigung.
    Beim Datenschutzgesetz , von dem ich ein großer Fan bin, finde ich es traurig, dass es nicht als das Verbraucherschutzgesetz kommuniziert worden ist, das es ist. Sehr traurig und echt schlafmützig von unserer Regierung (ich will da mal keine böse Absicht unterstellen, auch wenn ich Verschwörungstheorien liebe). Eine Demokratie lebt von selbstständigen Bürgern, die ihre Rechte kennen und wahrnehmen. Dazu sollten sie aber auch gründlich über ihre neuen Rechte aufgeklärt werden. So aber empfinden die meisten es als zusätzliche bürokratische Zumutung von “denen da oben”, die nur die Großen schützt. In den letzten Tagen habe ich massenhaft Leuten das Gegenteil erklärt, die mich dann immer mit großen Augen auschauen.
    Viele Grüße, Stefanie
    PS: Dein Kommentar-Feld ist so schick, wo bekommt man die beiden Kästchen zum Ankreuzen?

    • Manuela

      Den Datenschutzhinweis beim Kommentarfeld kannst Du bspw. über das Plugin WP GDPR Compliance (https://de.wordpress.org/plugins/wp-gdpr-compliance/) einbauen.
      Das Datenschutz Verbraucherschutz ist, sehe ich genauso – wird leider in meinem Umfeld aber auch anders erlebt; und sicherlich sollte an einigen Stellen nachgebessert werden …
      Viele, liebe Grüße,
      Manuela

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