Morgenmantel Sew Along #3: Asaka Kimono von Named

Für einen kurzen Moment hatte ich befürchtet, dass ich mich aus diesem Sew Along sang und klanglos verabschieden würde. Anfang Februar hat mich die Arbeit überrollt, weshalb ich erst heute bei #3 des Morgenmantel Sew Along wieder mit dabei bin. Für welchen Schnitt & Stoff habe ich mich also entschieden …

Schnitt & Stoff

Beim Lesen Eurer Kommentare (Vielen lieben Dank dafür – ich habe mich sehr darüber gefreut!) ist mir nochmals bewusst geworden, dass meine Auswahl von Schnitten und Stoffen nicht so recht zusammenpassen wollte. Die Schnitte verlangten nach fließenden Stoffen, ich hatte nur welche mit Stand in meinem Bestand gefunden, und mich leichtsinnigerweise dazu hinreißen lassen, die Stoffe für gesetzt zu erklären. Darunter war sogar ein Waxprint – einen Stoff, den Afrikanerinnen nicht nur wegen seiner intensiven Farbigkeit, sondern auch wegen seiner Steifigkeit bevorzugen; es lassen sich daraus wunderbar skulpturale Kleider nähen.

In meinem Kopf hatte sich allerdings der Gedanke „Morgenmantel aus Waxprint“ festgesetzt. Ehrlich gesagt, eine Verlegenheitslösung: Auch wenn mir die bunten Muster total gefallen, wusste ich lange nicht, was ich damit anfangen soll. Ich habe den Stoff vor drei Jahren bei einem London-Trip gekauft – wahrscheinlich in der allgemeinen Euphorie, die Lena Hoschek mit ihrer Sommerkollektion 2015 für Waxprints ausgelöst hat. Allerdings passt der Ethno-Style nicht zu mir, ich fühle mich darin in den meisten Situationen verkleidet. Als ich dann Muriels Ankündigung des Morgenmantel Sew Along las, kam mir der Gedanke: Ein Hauch Exotik könnte zu Hause an freien Tagen nicht schaden. Fernweh, gepaart mit einen gewissen Dekadenz in einem Kleidungsstück. Großartig!

Et voilà. Geworden ist es der Asaka Kimono von Named. Zwar lautet auch hier die Stoffempfehlung Seide, Satin oder Crepe, aber ich dachte, ich probiere es mal … Für den Waxprint sprach immerhin, dass er beidseitig bedruckt ist – durch die Ärmelschlitze ist die linke Stoffseite beim Asaka Kimono oft zu sehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Größe, Passform & Änderungen

Genäht in Größe 40 ohne Änderungen. Was soll ich sagen: Passt. Allerdings halte ich den Schnitt nicht für sonderlich passformsensibel. Keine Änderungen.

Anleitung & Schwierigkeitsgrad

Einfach zu nähen. Herausfordernd war nur der Zuschnitt, der – um den Musterverlauf halbwegs stimmig zu platzieren – viel Zeit und noch mehr Stoff gekostet hat; vielleicht interessant für alle, die Stoff diäten. Der Waxprint liegt nur 118cm breit, was mir vorher nicht aufgefallen war. Für Gr. 40 ist ein Stoffverbrauch von 3,90 m bei einer Breite von 115 cm angegeben. Wegen des Musterverlaufs sind von den gekauften 5,50 m nur mehr kleine Reste übrig geblieben, für eine Palazzohose reicht es nicht mehr. Ich werde sie daher aus mokka-farbiger Baumwolle nähen und nur den Hosenbund farblich mit Waxprint absetzen. Von Kopf bis Fuß in Waxprint gehüllt wäre mir ohnehin selbst für zu Hause zu folkloristisch geworden. Das komplette Set, dann auch an mir, gibt es nächste Woche zum Finale zu sehen.

Die Anleitung ist mit Zeichnungen bebildert und macht auf den ersten Blick einen soliden Eindruck. Mehr kann ich dazu nicht sagen, da ich sie kaum genutzt habe. Weitere nützliche Hinweise zur Verarbeitung mit französischen Nähten sowie zur Ergänzung von Aufhänger und Taschen findet Ihr bei Melanie (500 days of sewing). Zumindest an den Aufhänger habe ich gedacht. Das nächste Mal würde ich mehr Zeit in die Innenverarbeitung investieren, entweder auch mit französischen Nähten oder mit Schrägband versäubern, alternativ füttern. Meine Nähte sind nur gekettelt, was mich im Nachhinein schon ein wenig stört – andererseits war mir gerade nach einem schnellen Ergebnis zumute.

Was gefällt, was nicht? Nochmals nähen? Weiterempfehlen?

Ein Schnitt mit hohem Wiedererkennungswert. Davon brauche ich sicherlich keine drei, kann mir aber den Asaka Kimono durchaus als Kleid auf dem Weg zum Strand oder auf einer Gartenparty vorstellen; ich würde ihn dann allerdings verlängern. Kurzum, mal wieder ein Statement Piece. Ob das mit dem Brot & Butter Nähen und mir (Stichwort Vorsätze) jemals etwas wird?

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12 Kommentare

  1. Ein sehr schönes und geschmackvolles und gewiss gemütliches Teil hast Du dir da genäht. Es ist wirklich wunderschön. Abgekettelte Nähte empfinde ich inzwischen auch nicht mehr als so schön und sauber und kann nachempfinden, daß eine Französische Naht oder eine farblich kontrastierende Einfassung mit Schrägband wahrscheinlich stilechter gewesen wäre. Aber genauso gut kann ich den Wunsch nachempfinden, ein Nähprojekt schnell zu beenden. Die Farben sind wirklich sehr schön und die (Stoff zehrende) Verteilung der Musterung macht die Kimonojacke wirklich zu etwas Besonderen.

    • Herzlichen Dank! Ja, an die liebevolle Saumverarbeitung Deiner Jacke aus dem Septemberheft der Burda letzten Jahres erinnere ich mich noch gut, das war wirklich eine schöne Handarbeit. LG Manuela

  2. Ein Traum von einem Morgenmantel. Etliche Meter Waxprint schlummern auch bei mir noch im Schrank und haben bisher keine Bestimmung gefunden, vielleicht etwas für einen Sommermorgenmantel. LG Carola

    • Dankeschön! Ja, falls Stoffabbau ein Thema sein sollte, kann man mit einem Morgenmantel im wahrsten Sinne des Wortes ordentlich Meter machen. LG Manuela

  3. Sehr toll, das ist ja zu hoffe, dass da häufiger mal überraschender Besuch kommt, um diesen tollen Morgenmantel zu bewundern……
    Herzliche Grüße
    Sabine

  4. Wunderschön und auch dekorativ einfach so für die Wohnung im Afrika-Look! Ich freue mich auf Tragefotos! Regina

    • Vielen, lieben Dank Regina! Ich versuche noch die Hose bis zum Wochenende zu schaffen, da ich es gern gemeinsam zeigen würde. LG Manuela

  5. Ich finde den richtig richtig genial! Sieht total cool aus! Gute Wahl, manchmal muss man halt die Regeln brechen 😀 ich bin total gespannt wie der angezogen aussieht! 🙂
    Liebe Grüße
    Katharina

  6. Wow, ein sehr mondänes Teil – sehr sehr chic! Der Stoff ist absolut mega und ich denke du wirst viel Freude an diesem außerordentlichen Stück haben. Brot und Butter sind schön und gut, das Herz klopft aber schneller bei so einem Morgenmantel 😉 LG Kuestensocke

  7. Sehr sehr toll! Ich hatte Waxprint zwar immer als schön und „was besonderes“ eingeordnet‚ hätte jetzt aber bisher nicht gewusst was ich mir alltagstaugliches daraus nähen könnte. Ein Kimono aus Waxprint ist wirklich genial.
    Ich finde es übrigens mittlerweile richtig toll mich zu Hause „schick“ zu machen. Also jetzt nicht richtig mit Schminken, stylen, Outfits kombinieren – aber es ist sooo toll zu einem super gemütlichen Teil zu greifen, das eben nicht abgeranzt ist, sondern eben hochwertig, hübsch und oft dadurch gute Laune verbreitet. So geht es mir jedenfalls u.a. mit meinem ASAKA Kimono. Ich hoffe sehr, dass ich das mit meiner Vogue–Wintermantel–Version auch hinbekomme.
    Ich springe jetzt noch rüber zu deinem Finalpost. Das sieht ja auch seeeehr vielversprechend aus 🙂
    Viele Grüße,
    Melanie

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