Ginger von Closet Case Patterns mit Jazz

Letztes Wochenende waren wir in der Irving Penn Retrospektive, die noch bis Sonntag (1. Juli) im C/O Berlin zu sehen ist. Seine Modelle hat Penn in einer frühen Porträtserie (Corner Shots, 1948) in einer spitzwinkeligen Ecke aus zwei Stellwänden positioniert. In der Ausstellung gibt es einen Nachbau dieser Konstruktion, in dem man (sich) fotografieren (lassen) kann; allerdings ist die Ausstellung am Wochenende gut besucht, sodass man Geduld mitbringen muss … Tatsächlich macht die ungewöhnliche räumliche Situation etwas mit einem: Sie rahmt, umschließt, behütet und schützt, andererseits irritiert sie, provoziert eine Reaktion … ich weiß z. B. nie, wohin mit meinen Händen auf Fotos, überhaupt tue ich mich vor der Kamera schwer. Falls Ihr in Berlin seid, kann ich Euch die Ausstellung nur ans Herz legen, nicht zuletzt weil Penn in den 1950er und 1960er Jahren einer der gefragtesten Modefotografen war. Mir selbst gefallen seine Porträts noch besser, aber ich schweife ab …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schnitt & Stoff

Vor unserem Urlaub hatte ich mir noch ein paar Shirts nach dem Schnitt Jazz von Cecilia Theresa Design genäht. Das hier ist Nr. 3 aus einem Baumwoll-Jersey vom Maybachufer. Nachdem ich einmal die für mich richtige Größe gefunden habe, ist Jazz zu einem Liebling im Kleiderschrank geworden (Schnittbesprechung hier). Dazu trage ich die Ginger Jeans von Closet Case Patterns aus einem dünnen Denim von Hüco mit Elasthan. Abgesteppt ist die Hose mit weißem Garn.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Größe, Passform & Änderungen

Genäht habe ich die Version A der Ginger mit hüfthohem Bund und gerade geschnittenen Beinen in Gr. 12, zur Taille hin auf 10 verkleinert (Version B ist eine klassische Skinny, die in der Taille sitzt). Hohlkreuzanpassung und FSA. Die Hosenbeine habe ich ganz leicht ausgestellt.

Anleitung & Schwierigkeitsgrad

Klingt im ersten Moment kompliziert, ist es aber nicht. Die Anleitung ist super und der hauseigene Sew Along auf der Website lässt keine Fragen offen. Dennoch habe ich mir damals in meiner Begeisterung noch Heather Lous Ebook Sewing Your Own Jeans gekauft (das es wohl nicht mehr gibt, zumindest habe ich es gestern im Shop nicht gefunden).

Das mag vielleicht daran liegen, dass das Ebook zu großen Teilen identisch mit dem Sew Along ist, der kostenlos ist. Der Kauf hätte sich nur gelohnt, wenn man den Schnitt selbst abwandeln will, alternativ zu den angebotenen Schnittergänzungen (Ginger Flared Jeans oder Mid-Rise Ginger Jeans). Dennoch habe ich meine Entscheidung nicht bereut: In das Kapitel, in dem Passformprobleme anhand von Fotobeispielen erklärt werden, schaue ich heute noch gern hinein; allerdings fühle ich mich dem Schnitt auch verbunden, weil er mir die Angst vorm Hosen nähen genommen hat.

Was gefällt, was nicht? Weiterempfehlen?

Zurzeit mag ich konische Hosenformen lieber, aber als ich Katharina (Fröbelina) in ihrer 202, eine Boot Cut Jeans mit Wonder Woman Taschen sah, habe ich meine Schnittabwandlung der Ginger wieder hervorgeholt. Ich dachte, bei der Vielzahl an Anforderungen und Erwartungen die heute an Frauen gestellt wird, kann ein wenig Wonder Woman Flair nicht schaden. Bis ich es schaffe, mir auch so eine Hose zu nähen, trage ich erst einmal meine alte Ginger (Nr. 3 von 2016). Wenn man noch nie eine Jeans genäht hat ist der Schnitt von Closet Case Patterns nach wie vor ein schönes Einsteigermodell. Aber Vorsicht, Jeans nähen kann süchtig machen!

 

 

 

 

 

 

 

 

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4 Kommentare

  1. Ach schön, dass dir meine Hose so gefallen hat! :)Deine gefällt mir auch! Ich weiß gar nicht was mich bisher davon abgehalten hat mal in weiß abzustellen, das sieht super aus bei dir! Sitzen tut die Hose auch wirklich toll und der Schnitt von dem Short gefällt mir sehr, ich gehe mir den mal genau angucken! 🙂
    Wirklich ein schönes Outfit!
    Liebe Grüße
    Katharina

  2. Wunderbare Jeans und die weiße Absteppung gefällt mir richtig gut; irgendwie frisch-muss ich mal im Hinterkopf behalten.
    Vom rotem Shirt und den farblich passenden Schuhen wird die Jeans sehr schön eingerahmt.
    Ein Basic-Shirtschnitt ist eine gute Sache.
    LG von Susanne

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