12 von 12 – Mai 2024

Heute ist wieder der zwölfte Tag des Monats und damit Zeit für 12 von 12 bei Caro (Draußen nur Kännchen!). Da er im Mai auf einen Sonntag fällt, habe ich Zeit und Muße mitzumachen.

Vermutlich nicht die ersten Bilder, die einem bei Berlin einfallen. Doch wir sind mitten in der Stadt, in der „grünen Lunge“. Früh morgens überredet mich H. dazu, mich aufs Rad zu schwingen, er wolle mir etwas zeigen. Die frische Luft und Bewegung würden mir guttun. Ich bin traurig, nachdem ich vorgestern vom Tod eines Bekannten erfahren habe. Es kam nicht unerwartet, doch so plötzlich hatte ich nicht damit gerechnet…

Ca. 30 Minuten später stehe ich inmitten eine Berliner Version von Hanami. Während die Japanerinnen und Japaner die Schönheit der Kirschblüten zelebrieren, schaue ich den Rhododendren beim Erblühen und Verblühen zu. Es ist überwältigend. Angesichts dieser Feier des Lebens gelingt es mir für den Moment, mich mit der Vergänglichkeit auszusöhnen.

Da es recht früh am Tag ist, ist der Rhododendronhain noch nicht überlaufen. Die Wenigen, die auch dort sind – fast ausnahmslos zu zweit – halten einander an den Händen und staunen. Wir staunen gemeinsam. Mit eigenen Augen anstatt durch die Kamera wie heute üblich. Etwas verschämt drücke ich den Auslöser. Klick.

Da wir um die Ecke sind, bummeln wir noch kurz über den Flohmarkt. Viele Leute sind nun unterwegs. Für mich ist heute nichts dabei.

Zurück bereite ich Frühstück zu. Im Augenblick ist dieses Porridge-Rezept bei uns der Hit (Rezept gern auf Nachfrage). Hier der in Blogs beinahe obligatorisch gewordene Foodporn.

Den größten Teil des Tages verbringe ich an der Nähmaschine. Anlässlich meines bevorstehenden Geburtstages nähe ich mir ein Kleid. Da ich es nicht nur bei Anlässen tragen will, ist es eher ein schlichtes Sommerkleid (#101 Burda 2/2021). Mit einem Twist: Mir gefällt die Art der Wicklung, die an japanische Bekleidung erinnert.

Seit ein paar geschätzte Damen beim letzten MeMadeMittwoch Schnitte aus älteren Ausgaben gezeigt haben, habe ich Lust bekommen, meine Zeitschriftensammlung mal wieder durchzublättern. Gab es nicht irgendwann auch mal einen Zeitschriften Sew Along? Ich erinnere mich leider nicht mehr, bei wem…

Auch wenn das Kleid nicht sonderlich passformsensibel ist, entscheide ich mich für ein tragbares Probemodell. Der Stoff, schwarze Baumwolle mit weißen Punkten, liegt schon länger hier herum. Obwohl ich Polka Dots mag, ist mir lange kein Schnitt eingefallen, der mich nicht an Minnie Mouse, Mad Man oder Pretty Woman erinnert.

Leider ist der Stoff nicht blickdicht, weshalb ich das Rockteil mit einer s/w-gestreiften BW-Viskose-Mischung füttere. Wenn ich mir das fertige Kleid so anschaue, frage ich mich, ob das vielleicht ein Fehler war? Der Rock wirkt dadurch etwas steif skulptural. Umgekehrt ist die Stoffempfehlung der Burda und die entsprechende Umsetzung so gar nicht meins. Zwar sollte der Stoff weich, meiner Meinung aber auch schwer fallen: Leichter Leinen, Viskose-Twill oder Viskose-Leinen-Mischungen scheinen mir passender.

Ein paar Änderungen am Schnitt habe ich natürlich vorgenommen, u. a. Seitennahttaschen ergänzt. Nicht zum ersten Mal verwende ich dazu die Schnittteile von Solina (Named Pattern). Durch die Blende am hinteren Taschenbeutel bleibt die Tasche in Position, ohne dass man sie in der Taillennaht mitfassen muss. Ein Vorteil, da das Kleid durch die Bänder auf Taille gebracht wird.

Mit etwas gemischten Gefühlen betrachte ich mein Tageswerk. Ganz zufrieden bin ich nicht. Aber auf dem Ergebnis lässt sich aufbauen…

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4 Kommentare

  1. Sehr nett, das Kleid, und der gepunktete Stoff passt wunderbar. Ich habe auch noch schwarz weiß gepunktete Viskose und auch kleingepunktet in Baumwolle herumliegen, da habe ich aber den passenden Schnitt noch nicht gefunden. Wie du auch schreibst, ist nicht immer ganz einfach, gepunktete Stoffe würdig zu verarbeiten. Der Rhododendrenhain sieht auch sehr lauschig aus. Und erinnert mich an Japan, wo wir nach dem Kirschblütenwahnsinn dann in den letzten Tagen unseres Urlaubs noch die Rhododendren erlebt haben. Schön, dass ihr das in erradelbarer Nähe habt. Und gut, dass der Mann dich so wieder aufmuntern konnte.
    Liebe Grüße, heike

    • Manuela

      “Kirschblütenwahnsinn” klingt etwas ernüchternd?! Ich habe eine so romantische Vorstellung von O-Hanami… Leider war ich noch nie in Japan.
      Polka Dots und Retro/Vintage mag ich momentan nicht (zumindest an mir). Das war beim Kauf noch anders… Ich bin gespannt, was Du aus den Stoffen machst und freue mich darauf bei Dir darüber zu lesen.
      Herzlichen Dank & liebe Grüße
      Manuela

  2. In der Bonner Altstadt kann man in der Kirschblütenzeit auch durch eine lange Allee mit den prächtigen Blüten spazieren. Wir machen das seit ein paar Jahren gern, wenn wir die Tochter besuchen, erfreuen uns an den schönen Blüten und amüsieren uns am bunten Treiben der Besucher, die schon mal von Kopf bis Fuß in Rosa gekleidet sind oder Verlobungsfotos inszenieren, oder…
    An der Puppe sieht dein Probemodell sehr hübsch und tragbar aus. Ich bin gespannt, ob es sich für dich auch ˋrichtig´ anfühlt, wenn du das Kleid anziehst.
    Liebe Grüße von Susanne

    Wir machen das seit ein paar Jahren gern, wenn wir die Tochter besuchen und

    • Manuela

      Lieben Dank Susanne.
      Ich fremdle ein wenig mit dem Fall, auch hatte ich nicht genügend Stoff, um das Muster zu berücksichtigten, weshalb die Punkte bei den Oberteilen (Schrägschnitt) etwas willkürlich abgetrennt sind… Aber hey, es ist ein Probeteil.
      Das bunte Treiben in der Bonner Altstadt zur Kirschblütenzeit klingt sehr symphatisch. Nur meine Verlobung würde ich nicht unter Kirschblüten feiern, die in Japan neben der Schönheit vor allem die Vergänglichkeit symbolisieren. Man nenne mich abergläubisch…
      Herzliche Grüße Manuela

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