WKSA 2021 (Teil I & II)

Kein Weihnachtskleid ist auch keine Lösung!

Ankündigung des WKSA auf dem mmm-blog.

Das diesjährige Motto, mit dem das MeMadeMittwoch-Team zum traditionellen gemeinsamen Weihnachtskleid-Nähen geladen hat, kann ich voll und ganz unterschreiben. Auch ich musste mir einen Schubs geben, steige eher aus Verbundenheit noch ein, als das ich wirklich etwas Neues für besondere Anlässe bräuchte. Umso ein größeres Dankeschön an die Organisatorinnen!

Rückblick & Pläne

2017, 2018 und 2019 war ich beim WKSA dabei; alle Kleidungsstücke sind noch in Gebrauch und ich verbinde viele schöne Erinnerungen damit – auch wenn ich sie bis auf die Hose selten trage. Daher habe auch ich mich dieses Jahr für eine Kombination aus Bluse und Hose entschieden, die ich getrennt und hoffentlich zu mehr Gelegenheiten tragen kann.

WKSA 2018 mit der Bluse Prague von Orageuse & Hose #103 Burda 5/2017, allerdings auch erst Silvester fertig…
Schnitt & Stoff

Wenn ich meine Weihnachtskleider so Revue passieren lasse, fällt mir auf (mal abgesehen von den Schwierigkeiten, die Zeitvorgaben einzuhalten…), dass ich einen Tick Faible für flamboyante Prints und dramatische Ausschnittlösungen habe. Was die Frage „Cake or Frosting?“ unter Nähbloggerinnen betrifft, gehöre ich in der Adventszeit eindeutig dem zweiten Team an und nähe mir auch bei Minusgraden gern mal ein sommerliches Party-Kleid, mit dem man sich eine saftige Erkältung holt – in weiser Voraussicht, da ich Röcke und Kleider eher im Sommer trage.

Doch dieses Jahr ist alles anders! Passend zur Stimmung reduziere ich die Farbpalette auf Schwarz-Weiß, maximal wird es einen roten Akzent geben. Den Stoff – fließende Viskose – habe ich bereits beim WKSA 2019 zur Disposition gestellt; er ist also gut „abgehangen“. Wie lange verbleiben eigentlich bei Euch Stoffe durchschnittlich im Lager, bevor Ihr sie vernäht?

Daraus nähe ich gerade Le 600 von dp-studio. Die Bluse steht schon eine Weile auf meiner Liste; es gibt den Schnitt nicht als PDF, weshalb ich ihn lange nicht gekauft habe. Vor der Pandemie war ich nicht so der Online-Shopper und bin es eigentlich immer noch nicht. Ein Grund: Die Zusteller finden einen in den Berliner Mietskasernen öfters nicht und man rennt dann seinen Sachen hinterher. Der Zettel im Briefkasten nicht gerade aussagekräftig: „Beim Nachbarn abgegeben.“ Ja, welcher bitte? Die Bluse gefällt mir wegen des Kontrastes zwischen dem strengen Hemdblusenkragen und den verspielten Falten und Kräuselungen. Es gibt zwei Versionen: eine geschlossene und eine mit großem Rückschlitz. Nun ratet mal, welche ich gerade unter der Nadel habe?

Falls es die Zeit erlaubt, würde ich mir zur Bluse noch die passende Hose mit Hahnentritt-Muster nähen – wegen des fortgeschrittenen Sew Along vermutlich ein Schnitt aus dem Repertoire. Um ein brauchbares Foto von dem Wollstoff zu schießen, hat das Tageslicht leider nicht mehr gereicht, das würde ich bei Gelegenheit nachholen.

Soweit für heute.

Euch eine schöne Adventszeit!

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17 Kommentare

  1. Hello, was für ein ausgefallener Blusenschnitt;
    du hast dich bestimmt für die Variante mit Rückenschlitz entschieden, oder? : )-
    Ich sag mal, wenn schon, denn schon.
    Den Stoff für die dazu passende Hose finde ich auch klasse; das wird eine richtig tolle Kombi.
    Ich bestelle ja vorwiegend online, einfach, weil die Wege zum nächsten Stoffladen für mich zu weit geworden sind; durch die Flut sind zwei Stoffläden in der näheren Umgebung, die ich gerne mal angefahren habe, zerstört worden.
    Viel Erfolg beim Nähen wünscht Susanne

    • Yes! “Wenn schon, denn schon…”
      Andere Dinge , die ich nicht so privilegiert vor Ort kaufen kann, wie Stoff und Bücher, bestelle ich übrigens auch Online – z.B. Schuhe. Schuhgeschäfte scheinen völlig aus der Mode gekommen zu sein? Wegen des Datenschutzes wurden allerdings die Namensschilder an unseren Wohnungstüren weg rationalisiert. Das führt zu interessanten Erfahrungen mit Lieferdiensten…
      Tut mir sehr leid mit den Stoffläden in Deiner Nachbarschaft! Mir war gar nicht bewusst, dass Du in den betroffenden Gebieten wohnst.
      Herzlichen Dank & liebe Grüße Manuela

  2. ich mag deine sommerlichen “weihnachtskleider”!
    und die bluse/hose kombi….. allesamt schöne stoffe und raffinierte modelle, die dir super stehen.
    und ich bin ganz bei dir, was die “trage-ausbeute” betrifft – man nähe doch bitte dinge, die man hinterher auch benutzt. ist nicht nur besser für die umwelt – auch die eigene seele freut sich.
    (ich hatte nämlich bei MMM ein bisschen rumgestöbert…. was da so an stoff und energie “in der tonne” landet statt an der frau – das tat mir weh.)

    bin sehr gespannt auf die bluse – der stoff scheint mir gut gewählt – was ich so von deinem “typ” sehen kann 😀 und klar – rückenschlitz! zur not zieht man ein interessantes unterhemd drunter……
    “eigentlich” verarbeite ich stoffe sofort – weil ich sie ja für ein bestimmtes projekt gekauft habe. aber – bis vor 11 jahren habe ich im grosshandel gekauft, da musste man mind. 6m abnehmen, bei manchen stoffen sogar 10m. da bleibt natürlich was liegen, vor allem wenn man kurz nach dem saisoneinkauf das business an den nagel hängt. und so “lebe” ich noch immer von diesem lager, aber es wird jedes jahr kleiner 😀
    zum glück stand ich schon immer auf eher “klassisches” design bei stoffen – da ist es egal, wann man es näht und trägt. solange der lavendel nicht ausgeht……..
    fröhliches nähen!! xxxxx

    • Dankeschön!
      Ja, selber nähen ist eher ein Material intensives Hobby und weniger fair als frau vielleicht im ersten Moment denkt. Bereits vor sechs, sieben Jahren gab es dazu mal einen Artikel in der New York Times mit dem bezeichnenden Titel “Sorry Etsy. That Handmade Scarf Won’T Save The World”, der mit jeglicher Illusion dieser Art aufgeräumt hat. Ich würde mich da übrigens nicht ausnehmen wollen! Gerade anfangs vermetert man ordentlich Stoff: 1) weil die handwerklichen Fähigkeiten fehlen und öfters mal etwas daneben geht; 2) weil man tendenziell preisgünstig kauft, einfach um auch mal etwas ausprobieren zu können; 3) weil man sich stilistisch noch nicht gefunden hat und mehr von der Peer beeinflussen lässt – Retro- und Vintage-Schnitte, amerikanische und englische Indie-Designer, dann kamen die skandinavischen, dann die französischen und belgischen, dann die russischen, momentan sind wieder die skandinavischen und belgischen angesagt. Bei mir waren es japanische Nähbücher, ich habe mir anfangs mehrere Tuniken genäht, um hernach festzustellen, dass sie leider alle an mir nicht so toll wie an androgynen Japanerinnen aussehen. Ich sag’s Dir, ich hatte Nachtwäsche für Jahre…
      Ich kann verstehen, dass sich Dir angesichts solcher Verschwendung der Magen rumdreht, allerdings gibt es vermutlich einen Grund, warum man Schneiderei/Modedesign mehrere Jahre lernt oder studiert. Lass Milde walten. Schade, dass Du Dein Geschäft an den Nagel gehängt hast. Ich hätte gern Kollektionen von Dir gesehen. Wie die meisten künstlerischen Berufe sicherlich kein leichtes Business.
      Guten Nacht & liebe Grüße
      Manuela
      P.S. Falls Du noch Meter von den Leinenstoffen mit Wachsbatik übrig hast und veräußern willst (nicht sehr wahrscheinlich!), ich nehme sie Dir gern ab. Ich schmachte Deine Kleider daraus an, so schön!

      • tatsächlich habe ich noch einiges übrig in leinener wachsbatik……. und täte auch was abgeben – bin da gar nicht geizig……
        weisst du schon ob rot, blau, beige oder schwarz/koralle?

        xxx

        • Oh danke, damit hatte ich gar nicht gerechnet! Spontan würde ich sagen schwarz/koralle, habe aber noch gar kein kontretes Projekt im Blick. Jetzt bekommst Du eine Ahnung, wie ich zu meinen Stoffvorrat gekommen bin… Wollen wir am Wochenende vielleicht mal mailen?
          LG Manuela

  3. Ich tippe auch auf die Rückenschlitz Variante, bin gespannt auf die Ergebnisse, lg Anja

  4. Dramatische Ausschnittlösungen – ja genau dafür feiere ich Deine Stücke und Dich. Bin sehr gespannt auf die Bluse mit Rückenschlitz, mich friert es bereits jetzt beim Betrachten der Schnittzeichnung. Frohes Nähen! LG Kuestensocke

  5. Bei Prudence habe ich so mitgefiebert! Es tut mir immer noch leid für dich, dass der Schnitt so viele Fehler/Probleme hatte. Aber die Bluse ist sicher besser.
    Ich finde auch, etwas Drama darf auch in der kalten Jahreszeit sein und da sind Blusen ein toller Kompromiss.
    Viel Nähfreude schon mal,
    Sabrina

    • Wie die meisten Dinge im Leben hatte der vermaledeite Schnitt auch zwei Seiten: einerseits habe ich Geld und Zeit in den Sand gesetzt, andererseits hat er mir ein paar nette Bekanntschaften beschert und ich habe viel über Schnittanpassung/-konstruktion gelernt.
      Dank Dir! Auch fürs Mitfiebern.
      Liebe Grüße Manuela

  6. Der Blusenschnitt ist eine gute Wahl! Ich habe ihn zwei Mal genäht und bin allerdings beide Male an der Anleitung verzweifelt, aber das wirst du ganz sicher hinbekommen 🙂 Viel Spaß.

    • Gut zu wissen! Aber nicht verbloggt, oder ist das tatsächlich an mir vorbeigegangen?
      Dank Dir & LG Manuela

  7. Wie schön, dass Du auch dabei bist. Ich habe das zweite Treffen total verpasst, war noch mit meiner Adventspost beschäftigt. Darum ist das Bloggen bei mir auch hinten runter gefallen.
    Ich neige zu Spontankäufen bei Stoff, daher ist mein Lager immer gut gefüllt, bloß leider kommt manchmal über Jahre hinweg kein passender Schnitt für den Stoff daher. Oder ich habe ein konkretes Projekt im Sinn und keine Zeit dafür. Meine letzten Käufe sind Funktionsstoffe, die vermutlich auch fix vernäht werden, aber ich habe auch “ererbte” Stoffe, die über 15 Jahre alt sind.
    Leider komme ich nicht so viel zum nähen, wie ich gerne würde, aber da ich auch fast keine Kleidung mehr kaufe, macht das meinen Kleiderschrank enorm nahhaltig, das ist ja immerhin etwas.
    Deinen Blusenschnitt und den Stoff finde ich sehr, sehr schön, die wird Dir supergut stehen. Und bei der hübschen Unterwäsche, die Du Dir bisher genäht hast, tippe ich auf den Rückenschlitz.
    Liebe Grüße, Stefanie

    • Dank Dir Stefanie! So geht es mir gerade mit dem dritten Treffen. So schön der Stoff auch ist, er ist dermaßen flutschig, sodass ich drei Mal so lange für den Zuschnitt gebraucht habe. Das Karo hat es nicht einfacher gemacht. Wenn die Zeit knapp wird, fällt bei mir wie bei Dir auch als Erstes das Bloggen hinten runter…
      Noch habe ich die Hoffnung allerdings nicht aufgeben. Wir sehen uns beim Finale!
      Liebe Grüße Manuela

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