Die Burda und ich. Beginn einer Freundschaft?

Die Burda und ich. Nicht gerade Liebe auf den ersten Blick. Als eine Kollegin mal einen ganzen Stapel mitbrachte und anbot, ich könnte mir die Schnitte, die mir gefielen, kopieren, lehnte ich dankend ab. Nichts dabei. Irgendwann später, beim Blick auf die Modellzeichnungen dachte ich, dass die Schnitte doch etwas für mich sein könnten, ich einfach die Fotostrecken der Zeitschrift nicht mag. Über die Anleitungen der Burda ist im Netz schon viel gespottet worden, auch mir will sich, was gemeint ist, bisweilen partout nicht erschließen.

Et voilà. Hier nur ein Ergebnis (Mix aus Mod. 111-114 aus der Burda 11/2015), mit dem ich nach einem längeren Anpassungsprozess (mehrere Probemodelle, ein Teil für die Tonne) mehr als zufrieden bin, auch wenn ich, ehrlich gesagt, noch keine Gelegenheit hatte, das Kleid allzu oft zu tragen. Ich habe mal wieder keine passende Schuhe; und ein Bolero o. ä. zum Drüberziehen wäre bei den aktuellen Temperaturen auch ganz schön.

 

 

 

 

Stoffwahl

Genäht aus einem Trenchcoat-farbenen, denzent kariertem Baumwollgemisch mit Elasthananteil. Beim nächsten Mal würde ich beim Zuschnitt auch das Karomuster zu berücksichtigen. Gefüttert mit meinem Lieblingsfutter, Venezia in Dunkelblau. Beide Stoffe von Karstadt. Die Nahtreißer, seitlich und am hinteren Halsausschnitt habe ich ebenfalls in Dunkelblau abgesetzt. Ich bewege mich also noch in meinem Farbschema der letzten Wintersaison (Blau & Braun).

Größenwahl & Anpassungen

Der Schnitt fällt meiner Meinung nach größengerecht aus, ich habe Gr. 40/42 genäht und Modell 111-114 aus der Burda 11/2015 miteinander kombiniert: Rollkragen mit Reißverschluss am Hals Mod. 111, lange Ärmel Mod. 112-14, in der finalen Version wieder auf Kurzarm gekürzt. Darüber hinaus habe ich, da ich mich in knielangen Bleistiftröcken (Mod. 113-14) nicht wohl fühle, den Rockteil zur A-Linie ausgestellt und verlängert. Mir war nach Maxi-Kleid, außerdem hatte mir die Laufsteginspiration der Burda um einiges besser als ihre Umsetzung gefallen.

Anleitung & Schwierigkeitsgrad

Im Rückblick leicht zu nähen, die Anleitung habe ich für das einfache Shiftkleid nicht gebraucht. Schwer getan habe ich mit der Rockform und der Stoffwahl. In Satin und Spitze wie in der Burda abgebildet hätte ich mir das Kleid nie genäht, der Schnitt war mir überhaupt erst anhand der Zeichnung aufgefallen. Meine erste Version, keine glückliche Wahl, aus dunkelblauem Romanit mit Meerjungfrauenrock ist in der Tonne gelandet – ich wäre als Gouvernante durchgegangen.

Was gefällt, was nicht? Nochmals nähen? Weiterempfehlen?

Für mich ein Schnitt mit viel Potential. Einfach zu nähen, außerdem taugt er sowohl zum Pullover als auch Kleid, wobei verschiedene Kragenlösungen angeboten werden. Nochmals nähen? Habe ich schon, und zwar als Pulli in taubenblauen Sweat von Stoff & Stil mit rotem Reißverschluss. Allerdings habe ich ihn großzügig verlängert, da ich auf die Erfahrungen von Kleidermanie und Rehgeschwister zurückgreifen konnte (Danke!). Zu taillenhohen Hosen und Röcken oder für einen Double-Layer-Look mag die Länge des Kurzpullis allerdings perfekt sein.

 

 

 

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2 Kommentare

  1. Ich mag ja an Burda die Verlässlichkeit, was die Passform betrifft – wenn man einmal weiß, was man ändern muss, dann ist das zuverlässig bei jedem Schnitt so. Ohne die Nähblogs würde ich viele lohnende Schnitte aber auch nicht entdecken – diesen Schnitt fand ich als Kleid aus Satin wie im Heft einfach nur scheußlich. Bei dir sieht er clean und skandinavisch aus und wirkt völlig anders.

    • Manuela

      Ich muss zugeben, inzwischen sind die Burda und ich uns näher gekommen. Im letzten Jahr habe ich mehr Schnitte entdeckt, die ich interessant finde und bei denen ich mir vorstellen kann, sie auszuprobieren. Ich erkläre mir das damit, dass ich sowohl weniger auf die Anleitung als auf die Fotos angewiesen bin als früher, sondern mir anhand der Schnittzeichnung eher ein eigenes Bild machen kann. Bei der Aufmachung der Zeitschrift weiß ich nach wie vor manchmal nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Aber Du hast Recht, auch ich finde die Passform verlässlich und das Preis-Leistungs-Verhältnis gegenüber Einzelschnitten ist meiner Meinung nach auch nicht zu verachten. LG, Manuela

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